Samstag 21. April
Dan Ghenacia
Apollonia
Nachdem wir im Februar bereits den ersten Vertreter der Pariser Freak n’ Chic Posse, Shonky, zu Gast hatten, geht es diesen Monat gleich mit DAN GHENACIA weiter. DAN kann sicherlich als "Papa Schlumpf der Underground-, House- und Techno-Szene der französischen Hauptstadt" bezeichnet werden.
Nicht nur, weil er schon so lange dabei ist, sondern auch, weil er es wie kaum ein anderer geschafft hat, Menschen mit Talent zusammenzubringen, und auf lange Sicht an einer Vision zu arbeiten, die nun schon seit geraumer Zeit als ganzheitliches Konzept weltweit verstanden und geschätzt wird.
Mit Freak n’ Chic schuf er eines der meist geschätzten Labels, das ganze 7 Jahre lang für qualitativ hochwertigen House stand. Leider ging dieses Kapitel erst kürzlich, aufgrund interner Querelen, zu Ende, eine Einigung mit den Finanzpartnern war nicht mehr möglich.
Für einen Mann wie DAN GHENACIA kein Grund zur Trauer. Denn mit Apollonia steht bereits das nächste Label am Start, das er auch wieder zusammen mit Shonky und Dyed Soundorom betreibt. Glaubt es uns, die ersten drei Veröffentlichungen sind bereits der absolute Knaller. Als DJ kann er auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken, die ihren Anfang in der legendären Batofar Afterhour – deren musikalische Ausrichtung er stilprägend gestaltete – fand, und die ihn dann über eine Residency bei Circoloco im DC10, Ibiza, zu der schillernden Persönlichkeit machte, die er heute ist.
Als Produzent bedient er nicht nur seine eigenen Labels, sondern unter anderem auch Crosstown Rebels und Robsoul. Seine Tracks sind meist von klassischen Elementen geprägt, deren Zwischenräume mit einer kleinen Prise Avantgarde ausgefüllt werden. In DAN GHENACIA’s Schaffen steht Qualität über Quantität, Subtanz über Style, vor allem aber steht seine Arbeit für ein Stückchen mehr Freak, als eben Chic. Ganz genau so, wie wir es mögen.
Donnerstag 26. April
DJ Hell
International DeeJay Gigolos
BAVARIAN GIGOLO NIGHT #34
The curtain rises – für eine Release Party der besonderen Art: Wenn zum 34. Mal die inzwischen legendäre BAVARIAN GIGOLO NIGHT anbricht, trifft DJ HELLs Sounddesign erstmals auf Opernklänge. Zusammen mit der Berliner Star-Sopranistin NADJA MICHAEL schuf Mr. Fürst Nachtleben eine Neuinterpretation von Klaus Nomis Kult-Arie Cold Song – und lädt zur Videopremiere (directed by Voin de Voin) und Single-Präsentation in die ideale Soundkulisse.
Hypnotisiert war DJ HELL nach eigener Aussage sofort, als er NADJA MICHAEL zum ersten Mal auf einer Fashion-Show im Berliner Tempodrom auftreten sah: „Kraft, Aura, Präsenz und dann diese Stimme – was für ein Volumen, was für eine Energie!“ Schnell hatte HELL, der DJ, Produzent und Labelbetreiber in Personalunion ist, und dessen Name in der weltweiten Szene für etliche Clubhits steht, die Vision von einem gemeinsamen Projekt: Eine elektronische Version von Klaus Nomis Cold Song – ein Stück, das zu Hochzeiten des queeren Pop-Countertenors Nomi in den 80ern immer wieder auf HELLS Plattentisch landete.
NADJA MICHAEL zeigte sich begeistert, zumal ihr die Arie eigentlich aus einem anderen Kontext vertraut ist – nämlich als Lied des Frostgeistes aus King Arthur, einer Oper des englischen Komponisten Henry Purcell. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Terminkoordination spielten Michael und HELL Cold Song schließlich stilecht bei Nacht und Nebel ein.
Das Faszinosum und die Herausforderung bestanden für beide in der Transgression ihrer jeweiligen Genres und im experimentellen Charakter des Projekts. Bei einem Fotoshooting zum Single-Release fürs Berliner Deutsch Magazine ließen sich die auch erotisch elektrisierende Operndiva und HELL, der modisch als von David Bowie inspirierte Stilikone gilt, dann ganz im Sinne nicht von genre-, sondern von genderübergreifendem cross-dressing jeweils im Look des anderen Geschlechts ablichten.
Fazit von Mr. GIGOLO, den NADJA MICHAEL inzwischen erfolgreich zum Opernbesucher bekehren konnte, und der bereits mit Show-Größen wie Grace Jones, Bryan Ferry, Puff Daddy oder den Pet Shop Boys zusammenarbeitete: „Wir könnten uns beide vorstellen, dass sich daraus auch irgendwann einmal ein Album entwickeln könnte.“.
Bei uns wird DJ HELL nun erstmals das Video zu Cold Song präsentieren, zu gewohnt energiegeladenem DJ-Set und mit einer Performance des bulgarischen Künstlers und Wahl-Berliners Voin de Voin.




